16.05.2012 - Mit Giorgio Franceschini, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), sprach aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker am Rand des Kongresses "Friedenskultur 2012" über das heikle Thema der Modernisierung von Atomwaffen.
Einer der aktuell stark diskutierten Aspekte in der Atomwaffendebatte ist die Frage der Modernisierung der Atomwaffen, vor allem der Atomwaffen der USA. Was ist der Stand der Dinge?
Giorgio Franceschini: Die Entwicklungen im amerikanischen Nuklearwaffenkomplex der ersten beiden Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg waren vielschichtig. Quantitativ hat sich das Arsenal seit Ende des Kalten Krieges um etwa ein Viertel verkleinert, bei gleichzeitiger Reduzierung der Kernwaffentypen um den Faktor drei. Das Atomwaffenpotential der USA stammt noch aus dem Kalten Krieg. Die Pläne neuartige Kernwaffen zu bauen sind gescheitert. Der „neueste“ amerikanische Sprengkopf ist nach wie vor der in den 1980er Jahren entwickelte W88.
Weil es de facto einen Teststopp für Atomsprengköpfe gibt?
Giorgio Franceschini: Ja, aber wir schauen zu stark auf die Sprengköpfe, wir müssen stärker auf die Trägerwaffen achten. Was taugt der Atomteststopp, wenn er nicht alle Komponenten einschließlich der konventionellen und der Trägerwaffen einschließt?
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DER ZAUBERMEISTER hat noch ein Kaninchen aus seinem Zylinder gezogen. Ein wirkliches und sehr lebendiges Kaninchen.
Er hat alle verblüfft, auch die Führer aller Parteien, die politischen Spitzenexperten und die Minister seines eigenen Kabinetts.
Er hat auch gezeigt, dass sich in der Politik alles – buchstäblich – über Nacht ändern kann.
Um 14:00 war die Knesset eifrig damit beschäftigt, Hand an die Fertigstellung eines Gesetzes zu legen, das seine Auflösung ermöglichen würde. Damit hätte sie die Hälfte ihrer Mitglieder zur politischen Nichtbeachtung verurteilt.
Um 15:00 gab es eine riesige neue Regierungskoalition. Keine Wahlen, vielen Dank!
Eine Operette in 5 Akten.
AKT EINS: Alles ist ruhig. Meinungsumfragen zeigen Benjamin Netanjahu absolut in Führung. Seine Beliebtheit nähert sich 50%; die Beliebtheit keines anderen nähert sich auch nur 20 Prozent.
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Mai 2012
Basel, World Peace Academy: Ein Thema, vier Konflikte in der Gegenwart, einer in der Vergangenheit und einer in der Zukunft. Konflikt ist eine Beziehung zwischen Parteien oder Akteuren, deren Ziele miteinander unvereinbar sind. Konflikt ist keineswegs die Eigenschaft einer Partei. Konflikt bedeutet die Gefahr von Gewaltanwendung und gleichzeitig die Herausforderung zum Schaffen einer neuen Realität. Wenn man also die Schoah verstehen will, kann man weder auf die Erzählungen von den unaussprechlichen Schreckenstaten der Deutschen noch auf die Erzählungen vom unendlichen Leid der Juden verzichten. Aber wir brauchen auch die Erzählung von den Beziehungen zwischen Deutschen und Juden, zwischen Deutschen und anderen und zwischen Juden und anderen. Wenn wir die nicht kennen, kommen wir nicht weiter: Wenn der Konflikt in der Beziehung liegt, dann ist die Lösung eine neue Art der Beziehung. Damit tadeln wir durchaus nicht die Opfer. Es kommt vor allem auf die Beziehung an!
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Foto: Hamde Abu Rahmah |
10.05.2012 -10.05.2012 - Mehr als 200 palästinensische und internationale Aktivisten demonstrierten am Donnerstag erneut vor dem Ofer-Gefängnis bei Ramallah ihre Solidarität mit den hungerstreikenden palästinensischen Gefangenen.
Die israelische Armee ging gegen die Demonstranten vor, dabei erlitten viele Tränengasvergiftungen, drei Demonstranten wurden durch Gummikugeln ernsthaft verletzt, einer am Kopf. Drei Demonstranten wurden verhaftet, darunter Abdallah Abu Rahmah, einer der prominentesten Köpfe des palästinensischen Friedensdorfes Bil’in.
09.05.2012 - pax christi protestiert gegen den Einbruch am Dienstag, 8. Mai der israelischen Armee in das Büro der Organisation in Ramallah und die Beschlagnahmung von Laptops, Speichermedien und Dokumenten mit Daten und Fotos über die Arbeit der Organisation. „Dieser Einschüchterungsversuch gegenüber einer Organisation, die sich mit friedlichen Mitteln für die Rechte der Palästinenser einsetzt, ist unerträglich“, kommentiert die pax christi-Nahostkommission.
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08.05.2012- Mit dem Aachener Friedenspreis werden 2012 Alejandro Cerezo Contreras und das Comité Cerezo aus Mexiko sowie der Verein Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen ausgezeichnet.
Alejandro Cerezo Contreras ist Aktivist der mexikanischen Menschenrechtsorganisation „Comité Cerezo” und Koordinator des Vereins „Soforthilfemaßnahme für Menschenrechtsverteidiger“ (Acción Urgente para Defensores de los Derechos Humanos „ACUDDEH“).
Das Comité Cerezo steht für die Verteidigung der Rechte von politisch Inhaftierten und Gewissensgefangenen ein. Das Komitee stellt auch die unmenschlichen Haftbedingungen in den häufig völlig überfüllten mexikanischen Gefängnissen und die dort praktizierte Folter an den Pranger.
Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. möchte das Bewusstsein für die Vorgänge an den Außengrenzen der EU schärfen. Das wahre Ausmaß der Flüchtlingstragödie werde von offizieller Seite verschwiegen, erklärt Borderline Europe. Die Bürgerinnen und Bürger Europas sollten nicht erfahren, was sich an den Außengrenzen der EU tatsächlich abspielt.
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08.05.2012 - Die deutsche Sektion der IPPNW hat sich heute in einem Brief an Guido Westerwelle äußerst besorgt über die Lage der etwa 2.000 hungerstreikenden palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen geäußert. Der deutsche Außenminister solle sich für ein Ende der unzumutbaren Haftbedingungen einsetzen und auf ein Ende der inhumanen Praxis der Verwaltungshaft drängen, fordert der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim.
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08.05.2012 - Laut einer neuen wissenschaftlichen Studie gibt es einen "starken Zusammenhang zwischen angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen und der Exposition der Eltern bei Angriffen mit weißem Phosphor". Das ist das Ergebnis der Studie "Angeborene Fehlbildungen in Gaza: Häufigkeit, Typen, familiärer Zusammenhang und die Korrelation mit Umweltfaktoren", die am 4. Mai 2012 im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht wurde. Ein Team von palästinensischen und italienischen Wissenschaftlern hatte die Studie am Al Shifa Krankenhaus durchgeführt, in dem 28 Prozent aller Babies des Gazastreifens geboren werden.
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Der frisch gewählte französische Präsident François Hollande steht nach den harten Wochen des Wahlkampfs vor den herausfordernden Tagen der Wahrheit. Er muss jetzt seinen Wählern zeigen, dass seine Wahlversprechen keine leeren Versprechen sind. Sollten da Zweifel aufkommen, könnte sich das bei den bevorstehenden Parlamentswahlen im Juni in fehlenden Wählerstimmen auszahlen.
Sicher, in den Fragen der ökonomischen Entwicklung, die den Franzosen am stärksten unter den Nägeln brennen, wird niemand ernsthafte Entscheidungen, geschweige denn Auswirkungen, binnen Monatsfrist erwarten. Da darf Hollande getrost auf die übliche 100-Tage-Schonfrist hoffen.
Aber es gibt ein weiteres Themenfeld, das eine schnelle Entscheidung ermöglicht und auch fordert: Afghanistan. Hier hat Hollande als Kandidat angekündigt, im Fall der Wahl die rund 3400 französischen Soldaten bis Ende dieses Jahres vollständig abzuziehen und nicht erst bis Ende 2014 zu warten.
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Ich mache mir nicht weniger Sorgen um Wirtschaftsthemen, aber Frieden und Sicherheit sind immer noch die wichtigsten Angelegenheiten, denen wir gegenüberstehen.
Alle sind sich darin einig: In dieser Wahlkampfperiode geht es um soziale Gerechtigkeit. Shaul Mofaz hat plötzlich die Wirtschaft entdeckt und möchte zum Helden der unteren Klassen Israels werden. Shelly Yacimovich ist der Öffentlichkeit ins Auge gefallen und hat die Arbeitspartei jetzt doppelt dadurch unterstützt, dass er der Verteidiger der Arbeiterklasse ist. Yair Lapid möchte vor dem Lager der Mittelschicht paradieren.
Die [ultra-orthodoxe] Shas-Partei erhebt schon immer den Anspruch, die Armen Israels zu vertreten.
Benjamin Netanjahu möchte uns überzeugen, wie viel besser wir jetzt mit ihm am Steuer wirtschaftlich daran sind, als wir vor drei Jahren waren.
Ja, wir werden viel über Wirtschaft, Sozialpolitik, Wohnen, Arbeit, Lebenshaltungskosten, Rechnungen bezahlen und bis zum Monatsende durchhalten hören. Die Amerikaner haben es uns beigebracht: Es geht um Wirtschaft, Dummkopf! In Israel braucht alles seine Zeit, um aufzuholen.
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Ira Chernus ist Professor für Religiöse Studien an der Universität von Colorado in Boulder (USA), wo er seit mehr als 30 Jahren die Geschichte des Judentums und andere Themen unterrichtet.
Zugleich setzt er sich als Friedensaktivist für den Frieden zwischen Israel und Palästina ein und schreibt in verschiedenen Medien in den USA. Eine Reihe naher Verwandter lebt in Israel.
Seine ersten Beiträge
"Der zionistische Mythos von der Unsicherheit"
Der Mythos von der Unsicherheit im Staat Israel
sind Teile einer dreiteiligen Reihe, die in Kürze komplett in aixpaix.de erscheinen wird.
Ort und Zeit für seine Rede hatte US-Präsident Obama geschickt ausgewählt: Pünktlich zum Jahrestag der Tötung von Osama bin Laden reiste Obama nach Kabul, unterzeichnete gemeinsam mit dem afghanischen Präsidenten Karzai eine strategische Partnerschaft, die eine Stationierung von US-Truppen am Hindukusch bis 2024 vorsieht und hielt anschließend eine Wahlkampfrede für sein heimisches Publikum zur Medien-Primezeit in den USA. Der Tenor: Wir beenden erfolgreich den Krieg gegen Al Kaida und bringen unsere Truppen nach Hause.
Obama weiß, was die Wähler in den USA hören wollen. Rund 70 Prozent wollen laut Umfragen inzwischen ein Ende des Krieges und den Truppenabzug aus Afghanistan. Für sie will Obama den Helden spielen, der Al Kaida besiegt und die siegreichen Truppen nach Hause führt. Mit einem Frieden für Afghanistan hat das Ganze leider nichts zu tun. Da hätte er schon vor einem Jahr auf Kommentatoren u.a. der „Washington Post“ hören sollen, die ihm damals rieten, nach dem Tod von Bin Laden kurzerhand den Sieg über Al Kaida auszurufen und den Truppenabzug zu verkünden.
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"Ich hatte gehofft, dass Präsident Obama die Gelegenheit ergriffen hätte, ein beschleunigtes Ende des Krieges in Afghanistan bekannt zu geben. Anstatt den Übergang zu einem völlig unabhängigen Afghanistan zu beschleunigen, bedeutet das Abkommen über die Strategische Partnerschaft ein unbegrenztes Engagement, das unsere Anwesenheit für mindestens weitere zehn Jahre verlängern könnte.
Nach zehn langen Jahren des Krieges sagen fast zwei Drittel der Amerikaner, dass der Krieg das Kämpfen nicht wert ist. Es ist höchste Zeit für unsere Politik, die amerikanischen Bürger einzuholen. Wie weithin zugegeben wird, gibt es keine militärische Lösung in Afghanistan. Wir müssen den Krieg jetzt beenden."
Barbara Lee ist Abgeordnete des US-Kongresses und Aachener Friedenspreisträgerin.
Indien testet eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete, Pakistan eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, ein nordkoreanischer Raketentest scheitert, dafür droht ein nordkoreanischer Atomwaffentest – Nachrichten, die uns im Abstand von nur wenigen Tagen erreichten. Sie machen deutlich, dass eine neue, große Runde im atomaren Rüstungswettlauf eingeläutet ist, mit allen Risiken und Gefahren für die gesamte Menschheit.
Fast erscheint da der Konflikt um das iranische Atomprogramm, der die Welt seit Monaten in Atem hält, noch am einfachsten und diplomatisch zu lösen, wenn denn der Wille dazu auf allen Seiten vorhanden ist.
Eines wird deutlich: Die Probleme der Atomwaffen lassen sich nicht isoliert betrachten und schon gar nicht unter dem Aspekt einseitiger Parteinahme nach dem Motto: Unsere „Freunde“ dürfen Atomwaffen besitzen, unsere vermeintlichen Gegner selbstverständlich nicht. Dieses Prinzip hat in der Vergangenheit bereits sehr viel Schaden angerichtet! Da wurde die israelische Atombewaffnung stillschweigend toleriert ungeachtet dessen, dass Atomwaffen auf israelischer Seite auch bei Israels Gegnern Begierden nach gleichen Waffen auslösen mussten.
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30.04.2012
Die neue US – Strategie: Expansion in den asiatisch-pazifischen Raum
Die USA sind dabei, entsprechend der neuen Strategie ihren Einfluss in den asiatisch-pazifischen Raum auszudehnen. Dies geschieht auch durch militärische Expansion. Neue Militärbasen werden geschaffen. US – Truppen wurden nach Australien verlegt. Teile der US Navy zeigen stärkere Präsenz in den Meerengen zwischen dem Pazifischen und Indischen Ozean. Die Zusammenarbeit und gemeinsame militärische Aktivitäten mit Streitkräften Ost- und Südostasiens werden intensiviert. Der gemeinsame Feind steht fest, obwohl er selten offen genannt wird.
Das durch westliche Medien verbreitete Chinabild lässt jedoch immer deutlicher die Aktionsrichtung der neuen amerikanisch-pazifischen Allianz erkennen.
Da wird ein Chinabild entworfen, das die Volksrepublik als ein von Militarismus und Aufrüstung dominiertes Monster suggeriert, das nur auf eine Gelegenheit wartet, über die Nachbarstaaten herzufallen.
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25.04.2012 - Ein Personenbündnis von Bürgerinnen und Bürgern aus der Friedens-, Dritte-Welt- und Menschenrechtsarbeit, aus Wissenschaft und Kulturbereichen, aus sozialen Bewegungen, kirchlichen, gewerkschaftlichen und anderen Gruppen und Verbänden will mit Protest und direkten gewaltfreien Aktionen den Export von 270 Panzern nach Saudi-Arabien verhindern.
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25.04.2012 - Ein regionaler Atomkrieg mit weniger als 100 Atomwaffen würde das Klima und die landwirtschaftliche Produktion so gravierend verändern, dass mehr als ein Milliarde Menschenleben gefährdet wären. Das ist das Ergebnis einer gestern in Chicago veröffentlichten Studie der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).
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Während sich die Vereinten Nationen und einige Staaten mit den aktuellen Problemen der Kriegsgefahr im Nahen und Mittleren Osten auseinandersetzen, haben die USA bereits ihre nationale Sicherheit der nächsten Jahrzehnte fest im Blick.
Im asiatisch-pazifischen Raum bereiten sie langfristig den Kriegsschauplatz der Zukunft vor! Dort kann es künftig durch die mögliche Konfrontation mehrerer nuklear hochgerüsteter Staaten zu vernichtenden Auseinandersetzungen kommen.
Vor wenigen Tagen begannen die USA mit den ersten Verlegungen militärischer Verbände in ihren künftigen Handlungsraum. Im wesentlichen durch die deutschen Medien nicht wahrgenommen sind Anfang April die ersten 180 der geplanten 2500 US Marineinfanteristen im nordaustralischen Darwin eingetroffen.
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Seit über 10 Jahren tobt ein verlustreicher Krieg in Afghanistan. Tausende von Menschen sind bislang diesem Krieg zu Opfer gefallen und ein Ende dieses Krieges scheint bis heute nicht in Aussicht.
Und das obwohl die Menschen in Europa, in den USA und in Afghanistan seit Jahren ein Ende dieses Krieges fordern. Nach den neuesten Umfragen sind 94 Prozent der afghanischen Bevölkerung für die Aufnahme von Friedensgesprächen mit den Taliban und über 60 Prozent der Europäer und US-Bürger verlangen ein Ende des Krieges in Afghanistan! Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und dennoch scheinen die jeweiligen Regierungen nicht in der Lage zu sein, diesem Wunsch der eigenen Bevölkerungen nachzukommen. Eines der Grundfundamente der Demokratie, nämlich das Mehrheitsprinzip, wird seit Jahren von den westlichen Regierungen gegen den Willen der eigenen Bevölkerung missachtet! Im Gegenzug wird aber von den Afghanen seit Jahren verlangt, einer importierten Form von Demokratie bedingungslos zu akzeptieren.
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09.03.2012 - Im Rahmen des Monitoring-Projektes der Kooperation für den Frieden ist ein Dossier zu Syrien erstellt worden. "Dossier V: Syrien zwischen gewaltfreiem Aufstand und Bürgerkrieg". Das Dossier wurde vorgelegt von Christine Schweitzer, Clemens Ronnefeldt, Karl Grobe-Hagel und Andreas Buro. Es befasst sich mit den Hintergründen zu dem Konflikt und macht eine Reihe von Vorschlägen zur friedlichen Beendigung des zunehmend gewaltträchtigen Konflikts.
Das Dossier steht zum Download bereit.
Der Besuch von Israels Premier Benjamin Netanyahu gestern hatte US-Präsident Barack Obama in die Bredouille gebracht. Ein klares Ja zu Netanyahus Forderung nach US-Unterstützung für Israels militanten Kurs gegen Iran könnte unmittelbar einen Krieg auslösen. Ein klares Nein würde seinen republikanischen Widersachern im Präsidentschaftswahlkampf Munition gegen einen laschen „Weichei“-Präsidenten liefern. Obama versuchte sich im Spagat: Martialische Worte gegen Teheran vermischt mit der Beteuerung, es doch erst einmal noch auf diplomatischen Wegen zu versuchen - keine Lösung, immerhin Zeitgewinn.
Zwei Nachrichten folgten binnen 24 Stunden: 1. Die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA erhalten Zutritt zum iranischen Militärkomplex Parchin. Dort wollte im Februar eine IAEA-Delegation Hinweisen nachgehen, ob eine spezielle Kammer für Sprengtests errichtet wurde, die als Indiz gelten könnte, dass der Iran an der Entwicklung einer Atombombe arbeitet. Doch den Inspektoren wurde damals der Zugang verwehrt. 2. Die Gespräche mit Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich, Russland und China über das iranische Atomprogramm sollen so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden.
Die Nachrichten zeigen, wie schwierig, aber auch wie notwendig und keinesfalls hoffnungslos es ist, im Streit um das iranische Atomprogramm nach einer ernsthaften Lösung diesseits von Krieg und Atomwaffen zu suchen. Die hochkomplexe Materie dieses Konflikts eignet sich weder für Schwarzweiß-Bilder noch für Rambo-Szenarien!
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23.02.2012 - Angesichts der gefährlichen Zuspitzung des Konfliktes mit dem Iran und der der zunehmenden Gefahr eines Krieges, der schwerwiegende Folgen für Europa und die Welt haben würde, haben am Donnerstag Persönlichkeiten aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung in einer gemeinsamen Erklärung vor einer weiteren Eskalation gewarnt und Schritte zu einer diplomatischen Lösung angemahnt.
Die von Andreas Buro, Christoph Krämer und Mohssen Massarrat initiierte Erklärung unterstützten als Erstunterzeichner u.a. Franz Alt, Elmar Altvater, Daniela Dahn, Hans-Peter Dürr, Theodor Ebert, Iring Fetscher, Johan Galtung, Ulrich Gottstein, Heiko Kauffmann, Karlheinz Koppe, Ekkehart Krippendorff, Wolf-Dieter Narr, Oskar Negt, Bahman Nirumand, Norman Paech, Werner Ruf, Eva Senghaas-Knobloch. Mit aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker gehören insgesamt neun aixpaix.de-Autoren zu den Erstunterzeichnern.
In der Erklärung heißt es unter anderem:
„Wir fordern den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama auf: Stoppen Sie die Embargos gegen iranisches Öl und die iranische Zentralbank. Verhindern Sie, dass der bevorstehende Präsidentschaftswahlkampf die US-Regierung und Israel in einen Krieg mit unvorhersehbaren Folgen stürzt. Bieten Sie Iran als Gegenleistung für das kontrollierte Beschränken des Nuklearprogramms entsprechend den Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrages einen gegenseitigen Nichtangriffspakt, möglichst gemeinsam mit Israel, an.
Von der deutschen Bundeskanzlerin fordern wir: Schließen Sie jede Beteiligung Deutschlands an einem Krieg gegen Iran öffentlich aus und stoppen Sie die riskante Sanktionseskalation. Unterstützen Sie möglichst zusammen mit anderen europäischen Regierungen die von der UNO beschlossene Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone im Mittleren und Nahen Osten, die 2012 beginnen soll und die bisher in der Öffentlichkeit ignoriert wird.“
Die Initiatoren bitten die Öffentlichkeit, diese Erklärung mit zu unterzeichnen.
Die vollständige Erklärung mit dem Angebot, online zu unterzeichnen.
In dem Konflikt des Westens und Israels mit dem Iran spricht alles gegen eine militärische Herangehensweise und alles für die Entfaltung von Friedenspolitik im Sinne ziviler Konfliktbearbeitung. Es kommt jedoch noch ein Gesichtspunkt hinzu. Was würde bei einem Angriff auf den Iran aus dem vielfach euphorisch gelobten und allerdings kaum unterstützten arabischen Frühling, der sich bereits schon wieder der Tritte der Militärstiefel zu erwehren hat? Steigerung der militärische Bedrohung bedeutet immer auch Repression nach innen. Darunter hätten die RevolutionäreInnen des arabischen Frühlings genauso zu leiden, wie die demokratische Opposition im Iran gegen die Herrschaft der Ajatollahs und der Ahmadinedschads. Das wäre noch ein „Kollateralschaden“ des militärischen Konfliktaustrags.
Die Aktualisierung
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Wilhelm Kempf ist Professor für Psychologie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Friedensforschung. Vor drei Jahren bewilligte ihm die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur empirischen Erforschung des Zusammenhangs von „Israelkritik“ und „Antisemitismus“ im heutigen Deutschland, also des Zusammenhangs zwischen kritischer Einstellung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden
Prof. Dr. Rolf Verleger, Dipl.-Psych., Lübeck, 3. 11. 2011
Vermintes Gelände
Als dies 2009 ruchbar wurde, kam es zu erregten Reaktionen im Internet. Auf der einen Seite befürchtete man, dass dieses Projekt eine scheinwissenschaftliche Unterfütterung der häufig zu hörenden Vorwürfe liefern würde, dass der wahre Grund für Kritik an Israel der ewige Antisemitismus sei. Auf der anderen Seite fanden sich auch Menschen, die gegen Kempf wegen seiner Beschäftigung mit diesem Fragenkomplex den Vorwurf des Antisemitismus erhoben.
Als ich – neugierig geworden – an Kempf schrieb, um Informationen aus erster Hand zu erhalten, hatte dies das unerwartete Ergebnis, dass er mich zum Berater im Projekt ernannte. So habe ich auf den regelmäßig stattfindenden projektbegleitenden Besprechungen am Fortgang des Projekts teilhaben können.
Der vollständige Beitrag
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Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish. Fotos: Harald Krömer |
22.10.2011 - Im Rahmen der Tagung „Friedenspläne für Afghanistan“ der Heinrich-Böll-Stiftung stellte aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker in Bonn den „Shorish-Plan“ vor. Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
„Wichtiger als die Zustimmung aller Konfliktparteien zu allen Punkten dieses Plans ist es, eine Dynamik für Gespräche und schließlich für Verhandlungen zu entwickeln“, erklärte Steinbicker in der Tagung. Der Journalist Andreas Zumach sprach sich in der abschließenden Podiumsdiskussion vehement dafür aus, den Shorish-Plan bekannt zu machen und zu unterstützen.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
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